PE-Rohre bestehen aus Polyethylen in unterschiedlichen Festigkeitsklassen. Die gängigsten sind PE80, PE100 und PE100-RC. Sie unterscheiden sich in der Materialfestigkeit (MRS-Wert) und damit darin, wie viel Druck ein Rohr bei gegebener Wandstärke aushält.
MRS: das Maß für die Festigkeit
MRS (Minimum Required Strength) gibt die Mindestfestigkeit in N/mm² an. PE80 erreicht MRS 8,0, PE100 erreicht MRS 10,0. Höhere Festigkeit heißt: dünnere Wand für denselben Druck – oder höherer Druck bei gleicher Wand.
| Werkstoff | MRS | Besonderheit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| PE80 | 8,0 | bewährt, etwas geringere Festigkeit | kleinere Dimensionen, Hausanschluss, Gas (ältere Norm) |
| PE100 | 10,0 | höhere Festigkeit, Standard heute | Trink- und Druckwasserleitungen, Bewässerung |
| PE100-RC | 10,0 | zusätzlich riss- und punktlastbeständig | sandbettfreie/grabenlose Verlegung, steinige Böden |
Was bedeutet „RC“?
RC steht für Resistant to Crack. PE100-RC widersteht langsamem Risswachstum und punktuellen Belastungen (Steine, Kies) deutlich besser. Dadurch kann es ohne Sandbett direkt im Aushub oder grabenlos verlegt werden – das spart Material und Zeit.
Zusammenhang mit Druckstufe und Wandstärke
Welcher Druck zulässig ist, ergibt sich aus Werkstoff und Wandstärke (SDR). Bei PE100 entspricht SDR17 etwa PN10 und SDR11 etwa PN16 – bei PE80 liegt die Druckstufe bei gleicher Wand niedriger. Details: PN10 oder PN16? Druckstufen & SDR und die Begriffe im Glossar.
Trinkwasser
Für Trinkwasser ist auf die entsprechende Zulassung (z. B. KTW/DVGW) zu achten. Für die richtige Verbindungsart siehe Klemmen, schweißen oder stecken?
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